Ruhezeiten im Griff

Ruhezeiten im Griff

Telematik von Precisa unterstützt die Greif-Gruppe bei der Kontrolle der Lenkzeiten – Tourenplanung verbessert

Wenn es um die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer geht, kann es schnell teuer werden, wenn die gesetzlich vorgeschriebenen Zeiten überschritten werden. Dessen ist sich auch die Greif-Gruppe bewusst und hat sich auch aus diesem Grund eine Telematiklösung

zugelegt. „Wenn wir mit dem System nur eine Ordnungswidrigkeit  – also eine Überschreitung der Lenkzeiten etwa – verhindern können, dann hat es  sich für uns schon gelohnt“, sagt  Martin Leszynsky, Fuhrparkleiter  in Eggenfelden und zugleich  Telematikverantwortlicher der  Greif-Gruppe. Daher entschieden sich vor zwei Jahren die Fuhrparkleiter des in der vierten Generation familiengeführten Unternehmens, zwei Telematiksysteme zu testen. Nach einem Jahr Probebetrieb schlossen sie die gesamte Flotte an das auf einer Tachofresh-Anwendung basierende System von Precisa Telematics an. „Mit dem Telematiksystem bekommt man einen guten Überblick, ob es Ausreißer gibt, weil die Daten sofort auswertbar sind“, sagt Precisa- Gesch.ftsführer Thomas Bauer und teilt die Ansicht seines Kunden. „Viele Fuhrunternehmen wissen gar nicht, dass sie vor allem im Bereich der Arbeitszeit ihrer Fahrer angreifbar sind.“

Auf die Minute genau
Schließlich könne die Überschreitung der gesetzlichen Arbeitszeitoder die Nichteinhaltung von Ruhezeiten um auch nur eine Minute schon teuer werden. „Das kostet gleich einen fünfstelligen Betrag“, warnt Bauer. Und Leszynsky fügt hinzu: „Stellt das BAG fest, dass beispielsweise ein Fahrer regelmäßig seine Zeit überschreitet – etwa, weil er nur noch wenige Kilometer von der Betriebsstätte entfernt ist –, kann es auch bei uns schnell zu einer Betriebsprüfung kommen. Und das gilt es natürlich zu vermeiden.“ Denn mit einer Flotte von 155 Fahrzeugen kann es schnell teuer werden. Zumal die Fahrer des Unternehmens mit acht Standorten in Deutschland viel unterwegs sind. Sie beliefern Hotels in Deutschland und Österreich mit Mietwäsche von acht Standorten in Deutschland mit 12- bis 14-Tonnern von Mercedes, MAN und Iveco. Ein weiterer Vorteil der Telematiklösung ist der Zeitgewinn.

Das rechtssichere Herunterladen der Fahrerdaten mit einem USB-Stick kostete die Fuhrparkleiter der Greif-Gruppe zuvor zu viel Zeit. „Wenn wir für unsere Fahrzeuge alle sieben Tage die Fahrerdaten händisch über einen USB-Stick herunterladen müssten, wäre das kaum machbar“, erläutert Martin Leszynsky und rechnet vor, dass jeder Fuhrparkleiter pro Auslesevorgang 20 bis 40 Minuten benötigt. „Vorausgesetzt, die Fahrzeuge sind in dem Moment auf dem Parkplatz“, ergänzt der Fuhrparkleiter. „Der Remote-Download, also die Fernübertragung der Massenspeicherdaten des digitalen Tachographen und der Fahrerkarte, ist ein rechtssicheres und modernes Mittel der Fuhrparkverwaltung.“ Darüber hinaus schätzen die Greif-Mitarbeiter das einfach zu bedienende System, mit dem jeder Fuhrparkleiter intuitiv umgehen kann, und den Vor-Ort-Support. „Wir wollten nicht an jedem unserer Standorte einen IT-Fachmann sitzen haben, der das System versteht und bedient.“ Mit dem gewählten Telematiksystem kann die Greif-Gruppe automatisch Flotte und Touren digital abbilden und verwalten. Die Fahrer müssen es nicht im Cockpit einschalten und sehen auch nicht in Echtzeit ihr Fahrverhalten. Erst am Ende der Schicht können sie am Betriebshandy ihre Tour nachvollziehen.

Kaum IT-Aufwand
IT-Aufwand haben die Fuhrparkleiter bei der Greif-Gruppe mit dem neuen System dabei kaum. „Die Daten liegen bei uns auf dem Server, das System ist also cloudbasiert“, erläutert Bauer. „Der Disponent oder Fuhrparkleiter ist sozusagen Beifahrer. Er sieht in Echtzeit, was der Fahrer macht.“ Der betriebsseitige Zugriff auf die Daten ist kein Problem. „Das System läuft stabil“, berichtet Leszynsky. „Wir hatten zwei kleinere Probleme, die aber sofort per Fernwartung vom Techniker behoben wurden.“ Zweimal im Jahr treffen sich Leszynsky und seine Fuhrparkleiterkollegen mit dem Systembetreiber, um gegebenenfalls Funktionen anzu passen. „Kürzlich haben wir das Reporting nachbessern lassen“, erzählt Leszynsky. Es fehlte ein anwählbares Kontrollkästchen, mit dem bestätigt wird, dass der Fahrer in Deutschland losgefahren ist. Laut EU-Vorgabe ist diese Angabe notwendig. 

Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Telematiklösung war neben dem Anzeigen des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen die Tourenplanung.„Das Schlimmste für uns ist, keine Daten zu haben und Touren planen zu müssen. Jetzt haben wir die Lenkzeiten aktuell vorliegen und können die Fahrer entsprechend ihrer Arbeitszeit einsetzen.“ Deswegen sieht Leszynsky die Anschaffung des Telematiksystems auch als deutliche Arbeitserleichterung für die Fahrer an. Die Touren könnten so anhand der vorliegenden Daten effektiver geplant werden. 

Sparend fahren lohnt sich
Das neue System bringt noch weitere Vorteile für die Fahrer. Die Greif-Gruppe hat mit den Mitarbeitern Betriebsvereinbarungen geschlossen, wonach sie bei wirtschaftlichem Fahren monatliche Belohnungen erhalten können. „Wer wirtschaftlich fährt und bei wem es in diesem Monat etwas schwieriger war, sehen wir jetzt viel früher“, sagt Leszynsky. Bei unerwünschten Ergebnissen schauen sich die Fuhrparkleiter aber zuerst das Fahrzeug an. Schließlich könne ein erhöhter Spritverbrauch auch an einer zu geringen Motorleistung oder an einem Defekt liegen. Die Daten nutzt die Unternehmensgruppe auch für ihre Greif-Challenge. Dabei wird die Höhe der Kraftstoffeinsparungen pro Standort verglichen. Das Fahrerteam mit dem besten Wert darf als Belohnung an seinem Standort eine Feier ausrichten. „So ist Teambuilding gleich ein toller Nebeneffekt des Telematiksystems“, sagt Martin Leszynsky.

Quelle: TeleTraffix (Ausgabe 1 / 2019 vom 18.04.2019)
Text: Ralf Johanning
Fotos: Greif-Gruppe

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